Im Go geht es nicht einfach nur um schwarze und weiße Steine. Es geht um:

  • Anspruch vs Infragestellung
  • Den Weg zwischen Gier und Zaghaftigkeit finden
  • Geschicktes, friedliches Verhandeln vs
    vorausschauenden, spannungsgeladenen Kämpfen
  • Schneiden vs Verbinden
  • Leben und Tod von lokalen Formationen
  • Schönheit von Formen (Effektivität, Schwächen, Tempo)
  • Einflusssphären und Gebietsanlagen

Dazu kommt eine sehr bildhafte Sprache der (japanischen) Fachbegriffe. Zum Beispiel heißt der Mittelpunkt des Spielbrettes Tengen, was wörtlich übersetzt „Mitte des Himmels“ bedeutet.

Anders als beim Schach, wo beide Parteien direkt von Anfang an eine Streitmacht besitzen, müssen beim Go die Kontrahenten sich erst einmal etwas Eigenes aufbauen und Stärke gewinnen, bevor es mit den entscheidenden Kämpfen losgehen kann.

Man sagt, beim Go ist der Weg das Ziel. Das Entscheidende ist nicht das Endergebnis, sondern, wer in dem ganzen Verlauf des Spiels die Oberhand hat. Um beim Go zu gewinnen, reicht es nicht einen Kampf zu gewinnen (man kann sogar jeden Kampf gewinnen und das gesamte Spiel am Ende verlieren), es geht mehr darum längerfristige Überlegungen zu schmieden.

Dafür kann man beim Go durch das Punktesystem auch verschieden hoch gewinnen. Ein vernichtender Sieg wäre z.B. wenn man am Ende des Spiels über 100 Punkte mehr hat als sein Gegner. Solch ein hoher Sieg bedeutet dann auch gleichzeitig, dass man in seiner Spielstärke ca. 10 Rangstufen besser ist. Denn als Faustregel gilt: 10 Punkte bilden eine Rangstufe ab.